Rechtsprechung

Rechtssätze

  • Wirrwarr im Rechtsmittel

    06 PG.2020.100

    Grobe Mängel in der Rechtsmittelausfertigung

    Gesetzesstellen:

    Art 65 Abs 3 lit d, Art 66 Abs 1 lit d AussStrG (§ 472 Z 4, § 475 Abs 2 ZPO)

    Rechtssatz:

    Das völlige Fehlen einer Bezugnahme auf den angefochtenen Beschluss löst auch kein Verbesserungsverfahren aus. Bei einem berufsmässigen Parteienvertreter wiegt die vollständige Inhaltsleere eines Rechtsmittels umso mehr, als ein einfacher Blick in das Gesetz (Art 65 Abs 3 lit d und Art 66 Abs 1 lit d AussStrG) die Notwendigkeit der Befassung mit der rechtlichen Beurteilung der zweitinstanzlichen Entscheidung aufzeigen würde.

    Der Fürstliche Oberste Gerichtshof hat nicht aus einem Wirrwarr an teils nicht nachvollziehbaren (Schein)Argumenten heraus zu interpretieren, was der Rechtsmittelwerber eigentlich gemeint haben könnte.

  • Haftung des Stiftungsrats

    04 CG.2013.430 vom 02.10.2020

    Haftung des Stiftungsrats gegenüber Gläubiger

    Gesetzesstellen:

    Art 182 ff, Art 218 ff, Art 222 PGR

    Rechtssatz:

    Ein Direktanspruch des Gläubigers der Stiftung gegen den Stiftungsrat besteht nur bei unmittelbarer Schädigung und fehlendem Anspruch der Stiftung. Begünstigte der Stiftung sind nicht "Mitglieder der Stiftung iS von Art 222 Abs 2 PGR.

    04-CG-2013-430-OGH-2020-82.doc

  • Übertragung der Gründerrechte

    03 CG.2020.45 vom 04.09.2020

    Gesetzesstellen:

    Art 541 PGR, §§ 1392 ff ABGB

    Rechtssatz:

    Die Gründerrechte einer Anstalt werden mittels Zession übertragen. Im Fall der Existenz einer Blankozessionserklärung ist eine Zession von Gründerrechten einer Anstalt nur rechtwirksam, wenn der Zessionar entweder die Zessionsurkunde in Besitz nimmt oder die rechtliche und tatsächliche Möglichkeit eingeräumt erhält, über die von einem Dritten verwaltete Blankozessionsurkunde jederzeit zu verfügen.

    03-CG-2020-45-OGH-2020-71.doc

  • Einsicht Sachwalterschaftsakt

    06 PG.2013.22 vom 03.07.2020

    Gesetzesstellen

    § 160 AussStrG

    Rechtssatz

    Voraussetzungen für die Einsicht in den Sachwalterschaftsakt durch Erbansprecher wegen gesundheitsbezogener Daten des Betroffenen.

    Ohne den Versuch der Herbeiführung eines Anerkenntnisses gem Art 160 AussStrG ist eine solche Einsicht nicht zulässig.

    Ein Kostenersatz zwischen Erbansprechern im Zwischenstreit über die Einsicht in einen Sachwalterschaftsakt findet nicht statt (Modifizierung der Judikatur).

  • Aufschlüsselung eines Pauschalklagebegehrens

    CO.2018.1 vom 08.05.2020

    Gesetzesstelle:

    § 232 ZPO

    Rechtssatz:

    1) Macht der Kläger im Fall einer objektiven Klagenhäufung für sämtliche geltend gemachten Ansprüche einen Pauschalbetrag geltend, muss er diesen entsprechend aufschlüsseln, um dem Bestimmtheitserfordernis des § 232 ZPO (§ 226 öZPO) zu entsprechen. Wird lediglich ein Teilbetrag eingeklagt, hat der Kläger klarzustellen, welche Teile von seinem pauschal formulierten Begehren erfasst sein sollen. Es geht nicht an, die Aufteilung des Pauschalbetrags auf die einzelnen Rechtsverhältnisse dem Gericht zu überlassen. Unterlässt der Kläger eine entsprechende Aufteilung, liegt darin eine amtswegig wahrzunehmende Unschlüssigkeit.

    2) Ohne Aufschlüsselung des geltend gemachten Pauschalbetrags wäre es nicht möglich, den Umfang der Rechtskraft zu bestimmen.